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Was ist Zen?

Der wahre Weg des Zen durchdringt den ganzen Kosmos. Er ist in jedem von uns, in unserem Körper und unserem Geist. Er ist die reine und ursprüngliche Essenz unseres Wesens. Die Praxis des Zen ist selbst der Weg des Zen.

Taisen Deshimaru

 

Zen ist die lebendige Erfahrung der Erweckung Buddhas. Diese Erfahrung verwirklicht sich in der Praxis des richtigen Sitzens, Zazen, und wirkt von da aus in allen Bereichen des Lebens fort. Zazen ist die Meditation, in der Buddha den Ursprung des Leidens verstand und sich davon befreite.

Das Wort Zen bezeichnet die Klarheit des nicht begrenzten Geistes, in der alle dualistischen Unterscheidungen wie Ich und die Welt, Materie und Geist, Form und Essenz aufgehoben sind. Die Praxis des Zen ist also die Erfahrung der absoluten Einheit. Es ist nichts anderes als seine wahre Natur wieder finden, zum ursprünglichen Normalzustand von Körper und Geist zurückkehren, den der Mensch durch die Komplikationen seines Lebens (karma) verloren hat. Meister Deshimaru nannte diese Rückkehr „eine wahre innere Revolution“ oder „den Geist um 180 Grad drehen“.

Die Essenz des Zen offenbart sich durch Zazen: in der Haltung Buddhas sitzen, auf seinen Körper und seine Atmung konzentriert sein, völlig präsent in der unbegrenzten Wirklichkeit von hier und jetzt. Der Geist befreit sich von allen Kategorien, hält an nichts fest, sucht nichts und findet dadurch zur wahren Ruhe, zum tiefen inneren Frieden. Indem man aufhört, durch seinen eigenen Willen etwas zu tun, kann man sich einer universellen Dimension öffnen und sich mit dem kosmischen Leben harmonisieren.

Frei von jeglichen Dogmen und Theorien, wendet sich das Zen direkt und unmittelbar an das Herz des Menschen. In der Stille des Zazen kann er zu seinen Wurzeln zurückfinden, sich selbst beobachten und aus dieser Erfahrung Harmonie und Gleichgewicht schöpfen, und so das wahre Glück seines Lebens verwirklichen.