| Missen Michel Bovay |
|
Zazen ist von der Freude und von dem Glück kosten, die nicht von einem Objekt oder von den Umständen des Lebens abhängen. Der Mensch sollte unbedingt diese Freude finden, denn solange er ausserhalb von sich selbst sucht, wird er sich vom Umherirren in der Unruhe nicht lösen können. Dieses Glück liegt in uns und hängt davon ab, wie unser Geist die Realität wahrnimmt und damit umgeht. Michel Bovay
Michel Bovay wurde 1944 in Monthey (Schweiz) geboren. In seiner Jugend war er erfolgreicher Musiker, Komponist und Produzent und spielte in verschiedenen Bands, von denen vor allem die Rock-Band „The Sevens“ in den Sechzigerjahren Furore machte.
1985 kam Missen Michel Bovay in die Schweiz zurück, wie Meister Deshimaru es gewünscht hatte, und unterwies im Zen Dojo Zürich, dem Tempel Muijo. Sein Verständnis basierte auf einer mehr als 30-jährigen Zazenpraxis. Daher sprach er nicht nur über Zen, sondern verkörperte Zen. Von 1995 bis 2003 war er Präsident der Association Zen Internationale und anschliessend ihr Vize-Präsident. Nach dem Tod von Meister Deshimaru wurde er zusammen mit drei anderen nahen Schülern von der sangha dazu bestimmt, die Bestätigung der Dharma-Übermittlung (shiho) vom Abt des Eiheiji-Tempels zu erhalten. Er lehnte jedoch ab. Erst 1998 akzeptierte er die Dharma-Übermittlung durch Yuko Okamoto Roshi, der selbst unter Meister Kodo Sawaki praktiziert und Meister Deshimaru stark unterstützt hatte. Missen Michel Bovay war Autor und Mitherausgeber des Buches „Zen“ (Praxis und Lehre, Geschichte und Perspektive) und hatte eine Theatervorstellung mit dem Titel «Zengeschichten» kreiert, welche er mit grossem Erfolg auf deutsch und französisch in verschiedenen europäischen Ländern aufführte. Nach langer Krankheit, vielen Hochs und Tiefs, Augenblicken der Hoffnung, gefolgt von Zuständen grosser Müdigkeit und Schmerzen, ist Meiho Missen Michel Bovay am Frühlingsabend des 22. April 2009 um 21.30 Uhr mit einem Seufzer der Erleichterung und einem friedlichen Lächeln auf den Lippen für immer eingeschlafen. Einer seiner letzten Sätze, den er mehrmals wiederholte, war: „Zerbrecht Euch nicht den Kopf, tut, was euch tief Freude macht, aber gebraucht immer eure Weisheit.“ |
|||