| Taisen Deshimaru (1914-1982) |
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Zen bringt die gesunden Wünsche des Menschen hervor und erhebt sie auf die höchste Ebene. Zen kann helfen, das Leiden, in dem der Mensch gefangen ist, zu lösen. Und dies nicht nur im tiefen Bewusstsein eines jeden, sondern in dem der ganzen Menschheit. Taisen Deshimaru LebenslaufTaisen Deshimaru wuchs auf der Insel Kyushu auf. Im Gegensatz zu seinem Meister Kodo Sawaki hatte er eine glückliche Kindheit erlebt. Dennoch beschäftigte ihn bereits in jungen Jahren der Widerspruch zwischen dem religiösen Geist seiner Mutter und der materialistischen Welt seines Vaters. Der von der Mutter praktizierte Buddhismus befriedigte ihn genauso wenig wie seine spätere Beschäftigung mit dem Christentum. Auf der Suche nach einem authentischen geistigen Weg traf er schliesslich mit dem Zenmeister Kodo Sawaki zusammen, dessen Schüler er wurde.
Zwei Jahre später, in 1967, bot die Einladung durch einer Gruppe von Makrobiotikern in Paris ihm die Gelegenheit, dem Rat seines Meisters zu folgen. Er übertrug die Verantwortung für seine Familie seinem Sohn und trat die lange Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Europa an. In Paris lebte er sehr einfach, bot shiatsu-Massagen an und begann Zazen zu unterweisen. Zen war damals im Westen lediglich einer Minderheit von Intellektuellen aus Büchern bekannt. Schritt für Schritt introduzierte Meister Deshimaru die echte überlieferte Zenpraxis und eröffnete schon bald in Paris das erste Dojo. Er bemühte sich darum, das Zen allen Menschen zugänglich zu machen und gründete zu diesem Zweck die AZI (Association Zen Internationale). Zudem knüpfte er viele Kontakte zu bekannten Wissenschaftlern, Künstlern und Politikern von verschiedenen Ländern.
Während seiner fünfzehnjährigen Lehrtätigkeit in Europa gründete Meister Deshimaru über hundert Dojos, ordinierte zahlreiche Mönche und Nonnen, und schuf mit Hilfe seiner Schüler den ersten und grössten Zentempel Europas in der Nähe von Blois (Frankreich): „La Gendronnière“.
Taisen Deshimaru erhielt die offizielle Bestätigung der Dharma-Übermittlung von Yamada Reirin, zenji (Abt) des Eiheiji-Tempels. Sein Werk wurde in Japan anerkannt und man berief ihn zum kaikyosokan, dem Verantwortlichen der Unterweisung für ganz Europa. Im Frühjahr 1982 erkrankte Meister Deshimaru, verliess Frankreich und ging nach Japan zurück. Seine letzten Worte waren dieselben, die er bei jeder Abreise sprach: "Please, continue Zazen!" Zehn Tage später verstarb er in Tokyo. Die Bedeutung seines WerksSich selbst verstehen ist das Universum verstehen. Taisen Deshimaru
Taisen Deshimaru brachte die Essenz des Zen in seiner ganzen Frische und Ursprünglichkeit nach Europa und pflanzte sie dort ein. Deswegen wird er in Japan als der „Bodhidharma der modernen Zeit“ bezeichnet. Durch die langjährige Praxis mit seinem Meister Kodo Sawaki, indem er gleichzeitig ein gesellschaftliches Leben führte, hatte Taisen Deshimaru die Synthese von Materiellem und Geistigem verwirklicht, deren Gegensatz ihn in seiner Jugend so sehr beschäftigt hatte. Diese Synthese wurde zu einem Kernpunkt seiner Unterweisung in Europa. Sein Aufenthalt in Frankreich bot ihm das ideale Umfeld, ein Zen zu verbreiten, das im alltäglichen Leben verwurzelt und in der Gesellschaft anwesend war. Seine regen Kontakte mit bekannten Persönlichkeiten seiner Zeit halfen ihm dazu, wertvolles aus der westlichen und östlichen Tradition zu vereinigen. Sein Anliegen war es, durch das Verbreiten der Zen-Praxis und die daraus entstehenden Eigenschaften, Weisheit, Energie und Mitgefühl, zur Bewältigung der aktuellen Krise der Zivilisation beizutragen. Er hatte den tiefen Wunsch, den heutigen Menschen zu helfen, deren mangelndes Gleichgewicht er spürte, und wollte sie durch Zazen zu einem tieferen Verständnis ihrer Selbst und ihres Lebens führen. Der Tradition der alten Meister folgend, verstand Taisen Deshimaru es, die authentische, überlieferte Zen-Unterweisung dem westlichen Geist zugänglich zu machen. Die Sommer-Übungsperioden, deren Tradition bis zu Buddha Shakyamuni zurückreicht, ermöglichten im Laufe der Zeit Tausenden von Teilnehmern die Erfahrung der authentischen Zenpraxis. Auf der Basis seiner Unterweisungen wurden grundlegende Texte des Zen zum ersten Mal in eine europäische Sprache übersetzt, kommentiert und publiziert. Ausserdem benutzte Meister Deshimaru die Organisation all dieser Aktivitäten dazu, seine nahen Schüler zu erziehen. Seine Unterweisung war konkret und kam aus den Situationen des Alltags hervor. Wie die alten Meister konfrontierte er seine Schüler mit koan (tiefe, durch Denken nicht lösbare Zen-Fragen), die das Leben selbst ihnen aufgab. Oft sagte er: "Macht keine Trennung zwischen dem Geistigen und dem Materiellen. Ihr müsst die Widersprüche umfassen!" Meister Deshimaru hat durch sein Lebenswerk die Essenz der Unterweisung Buddhas in Europa verankert. Seit seinem Tod liegt die Verantwortung ihrer Weitergabe in den Händen seiner nahen Schüler, die seine lebendige, weltoffene Lehre direkt, von Mensch zu Mensch weiter vermitteln. |
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