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Kodo Sawaki (1880-1965) PDF Drucken E-Mail

 

Die Wissenschaft schreitet schnell voran, weil man das Wissen früherer Wissenschaftler benutzen kann. Unsere menschliche Qualität jedoch können wir von niemandem übernehmen, und deshalb entwickelt sich der Mensch nicht. Das schafft die beunruhigende Situation von kleinen Kindern, die mit tödlichen Waffen spielen.

Kodo Sawaki

 

Kodo Sawaki wurde schon als Kind Waise und musste sehr früh seinen Lebensunterhalt bestreiten. Bei seiner Arbeit als Wachposten von Spielern wurde er Zeuge, wie ein alter Mann in einem Bordell starb. Daraufhin entschloss er, sich aus diesen Lebensumständen zu befreien und Mönch zu werden.

Mit 16 Jahren begab er sich nach Eiheiji, dem grössten Zentempel Japans. Hier wurde er zwar nur als Diener akzeptiert, konnte aber immerhin Zazen praktizieren. Im Laufe des folgenden Jahres erhielt er im Kyushu-Tempel die Mönchsordination. Zwei Jahre später lernte er die richtige Zazenpraxis kennen: einfach nur sitzen, ohne irgendetwas zu suchen, nicht einmal die Erweckung (satori). Entschieden und ununterbrochen widmete er sich dieser Praxis, studierte tief die Lehre von Meister Dogen und praktizierte den Weg in verschiedenen Tempeln.

Als er über 40 Jahre alt war, begann er umherzureisen und zu unterweisen. Er beharrte besonders auf der Praxis von Zazen, belebte das Zen wieder, das zu jener Zeit in einem traditionellen Tempelsystem verfangen war, und machte es auch für Laien zugänglich. Er verbreitete seine Lehre überall in Japan, von Grosstädten bis zu Fischerdörfern, von Universitäten bis zu Gefängnissen, gab Vorträge, organisierte sesshin (mehrere Tage intensiver Praxis) und Sommerlager. Da er sich nirgends niederlassen wollte und stets allein unterwegs war, nannte man ihn den „heimatlosen Kodo“. Mit 55 Jahren wurde er Dozent für Zen-Literatur an der Universität von Komosawa und schliesslich auch godo (Verantwortlicher für die Unterweisung) im Sojiji-Tempel (zweiter Soto-Haupttempel Japans).

 

Viele Schüler folgten Kodo Sawaki. Unter ihnen war der damals 22-jährige Yasuo Deshimaru. Dieser praktizierte rund 30 Jahre lang mit seinem Meister, während denen er sein gesellschaftliches Leben weiterführte, und empfing von ihm die Essenz der Unterweisung Buddhas. Kurz vor seinem Tod im Jahre 1965 ordinierte Kodo Sawaki Taisen Deshimaru zum Mönch und beauftragte ihn, die übermittelte Lehre und Praxis des Zen weiterzugeben. Zuletzt zog er sich in den Tempel Antai-ji zurück und verstarb dort im Alter von 85 Jahren.