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Buddha Shakyamuni (563-483 v.u.Z.)
 

Meine Lehre beruht auf zwei Punkten.

Erstens: nie etwas behaupten, das man nicht selbst erfahren hat.

Zweitens: nie etwas sagen, das anderen nicht hilft.

Shakyamuni Buddha

 

Buddha Shakyamuni wurde im Norden Indiens als Prinz geboren. Sein Vater gab ihm den Namen Siddharta, welcher „Erfüllung aller Wünsche“ bedeutet. Trotzdem war er mit seinem Prinzenleben nicht zufrieden. Da seine Mutter kurz nach seiner Geburt gestorben war, fühlte er intensiv die Vergänglichkeit des Lebens. Sie beschäftigte ihn während seiner ganzen Kindheit und Jugendzeit. Andauernd stellte er sich die Fragen: Warum sind wir in diese Welt geboren? Warum leben wir? Warum müssen wir leiden? Warum müssen wir sterben? Was ist die Essenz, der Sinn unseres menschlichen Daseins?

Als Siddharta 29 Jahre alt war, verliess er eines Nachts heimlich seinen Palast und begab sich auf die Suche nach der Antwort auf seine Fragen. Er wurde Bettelmönch, traf viele geistige Meister und folgte vielfältigen Methoden und Wegen. Während sechs Jahren praktizierte er eine so harte Askese, dass er nur noch aus Haut und Knochen bestand und beinahe starb. Doch die Antwort auf seine Fragen konnte er immer noch nicht finden. Schliesslich begriff er, dass alle diese Praktiken ihn nicht zur Lösung führen würden.

Daraufhin gab er alles auf, setzte sich in Zazen in der Lotus-Haltung hin und beschloss: „Was auch immer geschehen wird, ich werde mich nicht mehr aus dieser Haltung bewegen, bis ich die Antwort auf meine Fragen nach der Essenz der menschlichen Existenz gefunden habe.“

 

Während er in Zazen sass, tauchten vielerlei Dinge in seinem Geist auf, Gedanken, Bilder, Wünsche usw. Shakyamuni aber bewegte sich nicht und liess sie einfach vorbeiziehen. Er konzentrierte sich auf die Atmung und beobachtete seinen Geist. So praktizierte er Tag und Nacht. Eines Tages, als er den Morgenstern erblickte, wurde sein Geist plötzlich vollkommen klar. Alle seine Zweifel und Fragen waren verschwunden. Er erwachte aus der Illusion, aus dem Leiden in dem der Mensch verfangen ist, und wurde zu Buddha, einem Menschen der die völlige Befreiung und höchste Weisheit erlangt hat.

Von da an zog er während 45 Jahren durch das ganze Land, verbreitete seine Lehre (Dharma) und übermittelte seine Praxis. Von zahlreichen Schülern umgeben, starb Buddha Shakyamuni im Alter von 80 Jahren.