| Zazen |
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Das Zazen von dem ich rede, ist nicht das Erlernen der Meditation, sondern die Lehre des tiefen Friedens und der wahren Freude, die Praxis und Verwirklichung vollkommenen Erwachens. Zazen ist die Offenbarung der letztendlichen Wirklichkeit. Fallen und Netze können es niemals einfangen. Wenn ihr einmal sein Herz erfasst habt, so seid ihr wie der Drache, der ins Wasser taucht und wie der Tiger, der ins Gebirge vordringt. Eihei Dogen
Die HaltungUm Zazen zu praktizieren, setzt man sich auf ein Kissen (zafu). Die Beine sind im Lotus oder im halben Lotus gekreuzt, das Becken ist leicht nach vorn geneigt, so dass die Knie einen festen Halt auf dem Boden haben. Von dieser Basis aus richtet man die Wirbelsäule auf und stösst mit dem Kopf gegen den Himmel. Das Kinn ist zurückgezogen, der Kopf gerade, so dass sich die Ohren auf einer senkrechten Linie mit den Schultern befinden und die Nasenspitze mit dem Nabel. Die Schultern sollten entspannt sein. Der Blick ist gesenkt, ohne einen Punkt zu fixieren. Die linke Hand liegt auf der rechten, die Handflächen nach oben gerichtet. Die Daumen sind waagrecht und ihre Spitzen berühren sich leicht. Beide Hände ruhen auf den Oberschenkeln und die Handkanten sind in Kontakt mit dem Unterbauch.
Die AtmungBeim Zazen spielt die Atmung eine wesentliche Rolle. Sie ist ruhig, nicht wahrnehmbar und folgt einem langsamen, kräftigen und natürlichen Rhythmus. Die Ausatmung ist lang, stark und tief. Die Einatmung kommt anschliessend von selbst und ist kürzer als die Ausatmung. Während der Ausatmung kann man die Schultern sowie alle inneren Spannungen loslassen. Durch die tiefe Ausatmung sammelt sich Kraft im Unterbauch an, was der Haltung noch mehr Stabilität und Sicherheit gibt. Der Geist wird klar und man kann sich von der Gefangenschaft der Gedanken befreien. Auf diese Weise finden Körper und Geist unbewusst, natürlich und von selbst die Harmonie mit der kosmischen Ordnung (dharma) wieder. Die GeisteshaltungGenauso, wie die richtige Atmung nur durch eine korrekte Haltung entstehen kann, fliesst auch die Geisteshaltung ganz natürlich aus einer tiefen Konzentration auf Körperhaltung und Atmung. Während Zazen lässt man die Gedanken und alles, was im Geist erscheint, vorbeiziehen, ohne daran zu haften oder davor zu flüchten. Alles zieht vorbei wie Wolken am Himmel. Man beobachtet die Gedanken wie Formen vor einem Spiegel und man kann die Phänomene als substanzlos durchschauen. So manifestiert sich das universelle, alles umfassende Bewusstsein, über die Welt der persönlichen Gedanken hinaus. Daraus kann die wahre Weisheit entstehen, die richtige Sicht, die es ermöglicht, sein Leben zu steuern und sich vom Leiden zu lösen. |
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